Rahmenbedingungen der Videosprechstunde


Abgesehen von der technischen Unterstützung findet das therapeutische Gespräch so statt, wie Sie es aus der persönlichen Sprechstunde gewohnt sind. (Die vertraute Umgebung des Therapieraumes. Störungen von außen sind wie gewohnt unterbunden.) Selbstverständlich gilt auch hier die Schweigepflicht: Der Verlauf des Gesprä­ches wird, wie üblich und erforderlich, in der Akte dokumentiert. Die Video­übertragung wird nicht aufgezeichnet. Es ist strafrechtlich verboten das Gespräch auf­zunehmen oder zu filmen. Das gebieten Daten- und Persönlichkeitsschutz.

Um die Möglichkeiten der Videosprechstunde nutzen zu können, liegt es in Ihrem Interesse, auch für sich selbst die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.


Von der Struktur her ist also die Videosprechstunde dem persönlichen Kontakt relativ ähnlich, doch unterliegt die Kommunikation bestimmten Einschränkungen und Bedingungen.


Besonderheiten der Kommunikation


Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Psychotherapie ist (so zeigen es die wissenschaftlichen Untersuchungen zur Wirksamkeit) die per­sönliche Beziehung zwischen Patientin/Patient und Therapeutin/ Therapeut.


Im Videokontakt sind nicht - wie gewohnt - alle für die Interpretation der Beziehung zwischen den Gesprächspartnern wichtigen Informationen zu erkennen. Die nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik, Körperhaltung usw.) ist eingeschränkt.


Im therapeutischen Gespräch wissen Sie, dass Sie die Zeit haben zu überlegen, in sich hineinzuhorchen oder auch zu schweigen. Sie fühlen sich nicht gedrängt und haben so Gelegenheit, sich konstruktiv mit sich selbst auseinander zu setzen. In der (zunächst) ungewohnten Situation des Videokontaktes kann es sein, dass sie sich z.B. gezwungen sehen et­was zu sagen, um keine Pause aufkommen zu lassen, oder Sie sich auf andere Weise „gestört fühlen“.

Sprechen sie es an oder geben sie ein Handzeichen. Dann besteht viel eher die Möglichkeit, gemeinsam die Störung in der Kommunikation aufzuklären.